Cornelia Weiß

Diplom-Psychologin und Breema-Lehrerin
   

Das Wunder des Menschseins – und des Daseins überhaupt – mehr und mehr zu verstehen und innerlich immer unabhängiger zu werden, das sind die zentralen Themen in meinem Leben. Der Austausch mit anderen Menschen, die Inspiration durch Weisheitslehren und das Lernen durch eigene Erfahrung sind mir dabei die wichtigsten Wegweiser.

Geht es nicht darum zu lernen, wie wir im Inneren wie im Äußeren immer mehr zum Frieden finden können?

Gilt es nicht, einfacher, echter, mitfühlender zu werden und immer öfter aus der Kraft und Verbundenheit des gegenwärtigen Moments heraus zu leben?

Auf meinem Lebensweg durfte ich viele wertvolle Möglichkeiten der Arbeit an sich selbst erfahren. Es erfüllt mich mit Freude, wenn ich in der Begegnung mit anderen das zur Verfügung stellen kann, was ich selbst als hilfreich erlebe.

Seit zwei Jahrzehnten arbeite ich im Bereich Coaching/ psychologische Beratung und Anleitung von Gruppen, seit 2002 mit Breema, seit 2007 als Supervisorin.

Durch meine Arbeit als Diplom-Psychologin mit diversen Zusatzausbildungen bringe ich viel Erfahrung in der Begleitung unterschiedlichster Menschen auf ihrem jeweils ganz eigenen Weg mit, sowohl in Einzelarbeit wie in Gruppen. Dies hat meine Menschenkenntnis stark gefördert.

Die psychologische Arbeit erlebe ich als wertvoll und hilfreich für die Gestaltung eines guten menschlichen Miteinanders und bei der Bewältigung all der Aufgaben, die das Leben an uns stellt.

Meine psychologische Heimat ist die Individualpsychologie nach Alfred Adler. Ich bin Mitglied im Verein für praktizierte Individualpsychologie (VpIP)

Als Breema-Praktizierende und Lehrerin für Breema-Körperarbeit ist mir wirkliche Präsenz wichtig, auch und gerade im Austausch mit anderen. Breema ist die Kunst präsent zu sein. Breema ist für mich seit bald zwei Jahrzehnten die Praxis, die mich mit mir Selbst und mit anderen tiefer in Verbindung bringt. Ich habe gelernt, wie wohltuend und nährend körperliche Berührung sein kann, wie gut es ist, wenn wir einander darin unterstützen, wirklich wir Selbst zu sein, und wie mühelos diese gegenseitige Unterstützung geschehen kann. Es ist mir eine besondere Freude, Breema-Sessions zu geben und Breema-Seminare zu unterrichten.

In der Begegnung mit anderen Menschen sind mir vor allem Einfachheit, Klarheit und eine annehmende Haltung wichtig. Wer mich kennt, schätzt meine natürliche und verbindliche Art.

Wir lehren das, was wir lernen wollen,
und ich will lernen, inneren Frieden zu erleben.
Gerald G. Jampolsky

Das bewegt mich

März 2021

Wir stricken unsere Realität

„Opa, kann ich dich fragen, warum ich dich jeden Nachmittag auf dieser Bank auf dem Platz sitzen sehe und du in Richtung Sonne lächelst?“

Der alte Mann senkte langsam den Kopf, hielt kurz inne, sah ihn mit großer Zärtlichkeit an und antwortete mit großem Frieden: „Ich stricke“.

Der Junge lächelte. „Wie strickt man ohne Wolle und Nadeln, Großvater?“

„Ich stricke Realitäten.“, sagte der alte Mann.

„Es mag so aussehen, als würde ich hier nichts tun“, fuhr er fort, „aber indem ich ruhig bleibe, lasse ich mein Herz eine harmonische Umgebung schaffen. Ich segne auch alle, die an diesem Platz vorbeikommen, mit meinen Gedanken und Absichten, damit sie den besten Tag haben. So stricke ich. Ich grüße sie immer mit Liebe, ich lächle sie offen an, und wenn ich sie traurig sehe, hebe ich meinen Stock und sage: ,Komm schon, das wird schon wieder.‘ Ich bitte auch die Vögel mir dabei zu helfen, ihnen Kraft durch ihren Gesang zu geben, weil ihre wunderbaren Klänge revitalisieren und heilen“.

Der Junge war absolut erstaunt. Er konnte nicht glauben, was er hörte.

„Bei dieser leuchtenden Aufgabe, der Erschaffung einer harmonischen Umgebung beizutragen, bin ich nicht alleine“, bemerkte der Alte. Er breitete seine Arme aus und rief:

„Sieh dir die Schönheit an, die die Bäume ausstrahlen. Rieche den wundervollen Duft, den die Blumen mit uns teilen, ohne etwas dafür zu verlangen. Schau dir die unermüdliche Arbeit dieser Bienen an und sieh, wie frei die Hunde spielen. Fühle, wie der Wind dich streichelt. Die Existenz strickt auch, auf ihre Art. In meinem Fall stricke ich gerne mit Lichtfäden, deshalb öffne ich jeden Nachmittag mein Herz, damit die Sonnenstrahlen eintreten, mich streicheln und sich zusammen mit meinen reinsten Gefühlen auf dem Boden verankern, damit Mutter Erde spürt, wie sehr ich sie liebe“.

Schließlich betonte der alte Mann: „Egal wie alt wir sind, wir alle können dazu beitragen, den Stoff einer bewussteren, sensibleren, solidarischen und menschlicheren Welt zu weben, indem wir unsere besten Absichten über die Grenzen hinaus reisen lassen. Wir können auch viel Liebe ausstrahlen, damit sich Wunden schließen, Herzen öffnen und jeder sein maximales Potenzial erreicht, um die transformierende Kraft einfacher Dinge zu entdecken“.

Die Augen des Jungen begannen zu leuchten. Und in diesem Moment flüsterte der Junge dankbar: „Ich gehe nach Hause Opa. Ich muss das alles meiner Mutter erzählen, denn sie, die zu den Menschen gehört, die ich am meisten liebe auf dieser Welt, strickt immer noch mit Wolle und Nadel.“

Verfasser/in unbekannt